Unterführung – Richemond-Kreuzung

Im Rahmen des Bundesprogramms "Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB)" gestalten die SBB südlich der bestehenden Unterführung eine zweite Unterführung im Bahnhof Freiburg. Dieses Vorhaben ist Gegenstand einer im September 2014 abgeschlossenen Vorstudie. Parallel dazu wird der DBP Alter Bahnhof den Bau des Esplanade-Turms vor dem alten Bahnhof ermöglichen und eine Verbindung mit der neuen Unterführung erstellen.

Die SBB und die Stadt Freiburg haben eine Vereinbarung unterzeichnet, welche die Modalitäten des Baus der durchgehenden Unterführung regelt und somit eine neue Verbindung zum Bahnhof für die westlichen Quartiere der Stadt ermöglicht.

Das Projekt der zweiten Unterführung ist in vier Sektoren unterteilt:

  • Sektor 1: Esplanade-Turm mit Verlängerung der Unterführung und Ausgang auf der Esplanade des alten Bahnhofs. Dieser Teil wird von SBB Immobilien finanziert.
  • Sektor 2: Unterführung zur Erschliessung der Gleise 1, 2 und 3. Dieser Teil wird vom Bundesamt für Verkehr über das Programm ZEB finanziert.
  • Sektor 3: Unterführung zwischen dem Gleis 3 und der Avenue du Midi mit Ausgang an der Grenze des Grundstücks der SBB. Dieser Teil ist Gegenstand einer Vereinbarung zwischen den SBB und der Stadt Freiburg.
  • Sektor 4: Neugestaltung der Richemond-Kreuzung am Schnittpunkt der Avenue du Midi, der Avenue Beauregard und der Rue Louis-d'Affry zur Erleichterung und Sicherung des Fussverkehrs. Diese kann zum Beispiel in der Form einer Verlängerung der Unterführung bis zur Avenue Beauregard hin und/oder einer umfassenden Neugestaltung der Richemond-Kreuzung gestaltet werden. Die Finanzierung übernimmt die Stadt Freiburg.
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Die verschiedenen Sektoren der Unterführung

Vorprojekt

Die Verlängerung der Unterführung wird dank einer direkten Fussgängerverbindung die Richemond-Kreuzung und das Beauregard-Quartier an den sich zwischen dem Ende des Pérolles-Boulevards und der Route des Arsenaux befindenden Sektor des Bahnhofs anschliessen. Diese Verbindung ist besonders nützlich, da sie den Fussgängern einen direkteren Zugang zu den Gleisen und die Überwindung des durch die Bahngleise verursachten Bruchs zwischen dem Osten und dem Westen der Stadt erlauben wird. Sie bietet so eine zusätzliche Alternative zu den bereits bestehenden Verbindungen mit dem Zentrum und dem Bahnhof.

Die Zweckmässigkeit einer durchgehenden Unterführung wurde Anfangs 2015 durch das Büro Basler&Hofmann untersucht. Dieses untersuchte die betroffenen Einzugsgebiete, die Fussgängerströme in dieser Zone und die durch die Unterführung möglichen Verbesserungen. Die Studie kam zum Schluss, dass der Bau einer durchgehenden Verbindung zwischen den westlichen (Richemond-Kreuzung) und östlichen (Route des Arsenaux) Seiten der Bahngleise notwendig ist. Die zukünftige Unterführung wird schätzungsweise 45% der Fussgängerströme durch den Bahnhof auffangen. Die Schlussfolgerungen dieser Studie wurden durch das Bundesamt für Verkehr, die SBB und die Stadt Freiburg validiert. Daraufhin wurde eine Vereinbarung zur Regelung der Finanzierung der Unterführung unterzeichnet. Nachdem das Konzept der durchgehenden Unterführung bestätigt wurde, hat die Stadt Freiburg in Zusammenarbeit mit den verschiedenen Beteiligten die Auswirkung des Ausgangs der Unterführung westlich der Bahngleise, auf der Höhe der Richemond-Kreuzung untersucht. Drei Varianten wurden in Betracht gezogen:

  1. Den Ausgang gleich nach den Bahngleisen platzieren, noch vor den Verkehrswegen, welche die Kreuzung durchqueren.
  2. Den Ausgang auf der unteren Avenue Beauregard platzieren, indem die Unterführung unter den Verkehrswegen hindurch verlängert wird.
  3. Zwei Ausgänge beidseits der Kreuzung einrichten (Lösung 1+2).

Bei Variante 1 wird die Möglichkeit nicht genutzt, einen Teil der Ströme unterirdisch zu leiten und sie erzeugt starke Spannungen zwischen den Fussgängerströmen und dem Verkehr auf der Kreuzung.

Bei Variante 2 können die Fussgängerströme nicht gesteuert werden, die nicht zur Avenue Beauregard hin fliessen. Sie weist zudem den Nachteil auf, dass ein Teil der Fussgängerströme dennoch oberirdisch geregelt werden muss, da es sich in der Praxis zeigt, dass ein Teil der Fussgänger die unterirdische Infrastruktur nicht benutzen wird.

Variante 3 ist demnach die vollständigste Lösung für alle Nutzungsarten.

Zeitplan

Der folgende Zeitplan ist unverbindlich, da er stark von der Umsetzung weiterer Projekte durch Private abhängt:

April 2019
Vorprüfung des Strassengesetzes
Anfang 2020
Öffentliche Auflage des Projekts
2023
Beginn der Bauarbeiten, nach der Fertigstellung des Sektors 3 durch die SBB