Stadtgärtnerei

Die Stadt Freiburg muss darüber nachdenken, welchen Platz sie der Natur in der Stadt einräumen und wie sie ihre städtischen Grünräume gestalten will. Bei diesen Überlegungen folgt sie drei thematischen Schwerpunkten:

  • Das Thema der Saane als Landschaftseinheit, welche die eigentliche Identität der Stadt und ihrer urbanen Struktur bildet. Hier bietet sich ein Potenzial für Spaziergänge am Wasser, das es auszuschöpfen gilt. 
  • Das Thema der stadtnahen Grünräume im Vorortquartier Schönberg unter Einbezug der sozialen Dimension.
  • Das Thema der Blumen als Stadtschmuck und Gegenstand der Urbanität.

Diese drei sich ergänzenden Schwerpunkte sollen zu Lösungsansätzen führen, die sich auf alle übrigen Grünräume der Stadt anwenden lassen.

Die auf Stadtgebiet zu unterhaltenden Grünräume nehmen 78 ha ein, was 130 Fussballplätzen entspricht. Dazu gehören Wälder, Bepflanzungen, 4400 Alleebäume und Fussballplätze. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben beschäftigt die Stadtgärtnerei hauptsächlich Blumen- und Landschaftsgärtner. Jährlich werden zwischen vier und sechs Lernende ausgebildet. Der Betrieb und die Pflege dieser Grünräume sind verhältnismässig kostenintensiv. Um die Ausgaben zu senken, muss die Stadt gegenwärtig ihre Grünräume neu planen und definieren, ohne jedoch ihre Bedeutung in Frage zu stellen.  

Die Waldgebiete der Stadt Freiburg mit ihren bunten Wäldern, ihren Aussichtspunkten, ihren Spazierwegen und ihren Sitzbänken bieten ein Erholungsgebiet mitten in der Stadt. Dieses Ökosystem ist auf Ihre Mithilfe angewiesen, um nachhaltig zu funktionieren. Die Befolgung der nachstehenden Regeln bedeutet somit auch, einen Beitrag zur Erhaltung der Wälder zu leisten. Die Wälder der Stadt Freiburg danken es Ihnen!

Danke, dass Sie die offiziellen Wege und Pfade benützen. Damit tragen Sie zum Schutz der Vegetation bei und bewegen sich auf Ihrem Spaziergang sicher fort.

Danke, dass Sie Ihre Abfälle mitnehmen und beim Verlassen des Waldes in den Mülleimer werfen. So bleibt der Wald auch nach Ihrem Besuch sauber und einladend.

Danke, dass Sie im Wald nicht mit Motorfahrzeugen herumfahren.

Danke, dass Sie auf die anderen Nutzer des Waldes Rücksicht nehmen, indem Sie Ihren Hund an der Leine führen.

Danke, dass Sie die Sicherheitsmassnahmen beachten, die bei Waldarbeiten getroffen werden.

Engagement für die Biodiversität

Biodiversität bezeichnet die Gesamtheit der natürlichen Vielfalt der lebenden Organismen und ist für das Überleben der Menschen und ihrer Umwelt notwendig. Jede Art hat nämlich einen besonderen Platz auf Erden und alle agieren mit anderen Lebewesen in einer Wechselwirkung.

Die Biodiversität war indes noch nie so bedroht. Die menschlichen Tätigkeiten sind die Hauptursachen, namentlich infolge Übernutzung, Verschmutzung und Ausbreitung des Siedlungsraumes. Der Bundesrat hat 2012 eine nationale Strategie für die Biodiversität verabschiedet. Er kann jedoch nicht alleine handeln, es müssen von allen Anstrengungen unternommen werden. Deshalb nimmt die Stadt Freiburg diese Problematik ernst, indem sie versucht, konkrete Lösungen herbeizuführen und ihre Einwohnerinnen und Einwohner auffordert, es ihr gleichzutun.

Das Engagement für die Biodiversität der Stadt Freiburg

Die Gemeinde Freiburg und insbesondere ihre Stadtgärtnerei setzten sich für die Biodiversität ein, indem sie in den vergangenen Jahren mehrere Massnahmen umgesetzt haben. Diese umfassen namentlich:

  • Die Förderung mehrjähriger Pflanzen und einheimischer Arten (namentlich beim planmässigen Ersatz von Hecken und Sträuchern);
  • Die Schaffung von Unterschlupfmöglichkeiten für Insekten und von Nistkästen
    Nistkästen bei der Motta (Rotschwänzchen, Baumläufer, Gänsesager, Fledermäuse), Nistplätze (Fledermäuse, …) und "Hotels" für wilde Bienen beim Friedhof, usw.;
  • Der Kampf gegen invasive Pflanzenarten (Japanischer Staudenknöterich, Kirschlorbeer, …);
  • Anlegen von Holzhaufen als Unterschlupf für die Fauna;
  • Einsatz von möglichst wenig Pestiziden und Herbiziden (zur Förderung der Hilfskulturen für die Schädlinge);
  • Schneiden der Hecken ausserhalb der Brutzeit der Vögel (September - Februar).
Ihr Engagement für die Biodiversität

Gärten und Balkone sind ebenfalls wichtige Standorte für die Biodiversität. Sie können zahlreiche Pflanzen- und Tierarten aufnehmen. Jeder kann sich lokal für die Erhaltung der Natur und der Umwelt einsetzen, indem er einige Ratschläge befolgt. Hier einige Möglichkeiten und Tipps für Ihr Engagement:

  • Garten-Charta
    Die Garten-Charta ist ein Dokument, das zehn wirksame Massnahmen erläutert, um die Biodiversität im Garten zu fördern.
    Die Ratschläge für ein Förderung der Biodiversität betreffen den Rasen und den Rasenschnitt, die Hecke, die Säuberung des Gartens, die Biozide, die Beleuchtung, die Durchgänge für Igel & Co., die Schnecken, exotische und invasive Pflanzen, Katzen, die Gartenabfälle und den Pool. Mit der Unterzeichnung der Garten-Charta verpflichtet man sich moralisch, ihre Grundsätze zu befolgen.

  • Invasive Pflanzen
    Die invasiven Pflanzen können eine Bedrohung für die Natur und schädigend für die Gesundheit sein, da sie sich viel schneller vermehren und verbreiten als die einheimischen Arten. Es ist deshalb besser, sie gar nicht erst anzupflanzen und, wenn sie bereits im Garten wachsen, sich ihrer zu entledigen oder zumindest Massnahmen gegen ihre Weiterverbreitung zu treffen. Um die Ausbreitung zu vermeiden, sollte man ihre Früchte, Samen und verwelkten Blätter entfernen. Beim Mähen und bei der Abfallentsorgung sollte man besonders aufmerksam sein (die benutzten Werkzeuge gut kontrollieren; Entsorgungsgut von invasiven Pflanzen in der Kehrrichtverbrennung und nicht auf dem Kompost entsorgen).

  • Hecken

    Die Hecke ist für die Artenvielfalt ein Refugium im wahrsten Sinne des Wortes. Sie besteht aus verschiedenen einheimischen Sträucher- und Baumarten und viele Tiere finden hier zur Ernährung und Fortpflanzung einen idealen Platz. Bei der Anpflanzung und beim Unterhalt der Hecke sind allerdings einige Ratschläge zu befolgen:
    Hecke einheimischer Arten (Kanton Genf, auf Französisch)
    Schaffung einer Grünhecke (Kanton Genf, auf Französisch)
    Feldhecken (lamaisonnature, auf Französisch).

  • Igel
    Der Igel wird als Tierart mit einer Art "Schutzschirm"-Funktion angesehen: Dort, wo er seine Lebensgrundlagen findet und überlebt, ist das Ökosystem und seine Artenvielfalt in gutem Zustand. Jedes Jahr werden aber viel zu viele Igel getötet. Mit einfachen Massnahmen kann man ihr Leben retten. Hier einige Ratschläge, wie man Igel in seinem Garten willkommen heisst (auf Französisch).

  • Schmetterlinge
    Die meisten Schmetterlingsarten in der Schweiz sind bedroht. Sie haben aber in unseren Ökosystemen und in den Nahrungsketten eine sehr wichtige Aufgabe. Sie sind nämlich grosse Bestäuber und Beute für zahlreiche andere Arten wie Vögel, Spinnen oder andere kleine Säugetiere. Es gibt zahlreiche Mittel, um sie zu schützen. Sie können mit diesen 21 Gesten für Schmetterlinge (auf Französisch) helfen oder selber einen Schmetterlingsgarten (auf Französisch) einrichten.

Andere Links zum Schutz der Biodiversität im Alltag

Das Ziel der Stiftung Fondation Nature & Economie ist es, Aktivitätsstandorte, Kiesgruben und Wohnzonen naturnaher zu gestalten. Um dies zu erreichen, zertifiziert sie Standorte, die grosse natürliche Qualitäten aufweisen und unterstützt und begleitet Akteure, die sich mit Aussenanlagen und der Funktionsweise von Aussenräumen beschäftigen. Die Stiftung steht für weitere Informationen zur Verfügung.

Schliesslich gibt La maison nature verschiedene Ratschläge für einen naturnahen Garten.